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Portscans

Was sind eigentlich Portscans? Im realen Leben könnte man es mit der Prüfung, ob sich an einer bestimmten Stelle eine Tür öffnen lässt, vergleichen.
Gleichermaßen lässt sich aus dem realen Leben ein Verhältnis zu Portscans herstellen: Wenn ich in einer Ladenstraße zur Geschäftszeit probiere, eine Ladentür zu öffnen, ist das ein völlig normaler Vorgang. Dabei ist zu beachten, im Internet ist immer Geschäftzeit. Sollte ich jedoch in einem Wohnhaus probieren, ob eine oder mehrere Türen offen sind, so wird mein Verhalten wohl nicht als normal angesehen werden, mir würden sofort unlautere Absichten unterstellt werden. Ähnlich verhält es sich mit Portscans im Internet.
Im Internet findet, vereinfacht gesagt, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Computern über Ports statt. Jeder Computer verfügt dazu auf jedem Netzwerkinterface über 65.535 Ports, denen teilweise feste Dienste zugeordnet sind, die jedoch auch dynamisch verwendet werden.
Nun ist der Zugriffsversuch auf einen Port des  Computersystems nicht gleich eine Katastrophe, hier zählt, ähnlich wie bei unserem Türbeispiel in einem Wohnhaus, die Verhältnismäßigkeit. Nachfolgend ein Bespiel, welches - ganz klar - nicht ein zufälliger Zugriff auf einen Computer ist, sondern eher schon ein starkes Rütteln an vielen verschiedenen Türen:
ZeitIPPortFW-IPPortProtoFlag
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161688xxx.xxx.xxx.xxxTelnetTcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161687xxx.xxx.xxx.xxx25TcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161686xxx.xxx.xxx.xxx110TcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161685xxx.xxx.xxx.xxx139TcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161684xxx.xxx.xxx.xxxFTPTcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161683xxx.xxx.xxx.xxx22TcpSYN
21.09.02 17:12:1480.13.156.5161682xxx.xxx.xxx.xxxDNSTcpSYN
21.09.02 17:12:1380.13.156.5161675xxx.xxx.xxx.xxxTelnetTcpSYN
21.09.02 17:12:1380.13.156.5161674xxx.xxx.xxx.xxx25TcpSYN
Hierbei handelt es sich also ganz klar um einen Angriffsversuch, der von einer Firewall, falls vorhanden, abgewehrt und im Logbuch aufgezeichnet wird. Neben Zeitpunkt und Quellport des Angriffs wird auch die IP-Adresse des Angreifers aufgezeichnet.
Portscan können wahlweise eine bestimmte Portauswahl haben, einen bestimmten Portbereich umfassen oder einfach auf allen Ports *anklopfen*.
  
gern gescannt...
PortDienst
20ftp-data
21ftp-control
22ssh
23telnet
25smtp
53dns
67bootps
68bootpc
69tftp
70goopher
79finger
80http
88kerberos
109pop2
110pop3
111sunrpc
113auth
119nttp
123ntp
137netbios-ns
138netbios-dgm
139netbios-ssn
143imap
389ldap
636ssl-ldap
1433ms-sql-s
1434ms-sql-m
3128squid
8080www-proxy
Nun sind Portscans an sich keine Katastrophe, jedoch sind bestimmte Vorsichts- und Überwachungsmaßnahmen anzustreben, um Standardangriffen wirksam begegnen zu können. Die klassischen Schutzmethoden wie Unternehmensfirewall, NAT-Router, Proxyserver oder Personal Firewall, nach Möglichkeit im kombinierten Einsatz, stellen zumindest den Mindeststandard dar, der angestrebt werden sollte.

Nach unseren Untersuchungen, zuletzt im Juli 2002 durchgeführt, sind zumindest bei 25 von 100 Einwahlverbindungen keine der oben genannten Schutzmaßnahmen aktiviert, etwa 5 von 100 Systemen bieten Ihre Datei- und Druckerfreigaben ungewollt weltweit zur Nutzung an.

Häufig werden bestimmte Ports von Filesharingsoftware angesprochen, die Logdateien der Firewalls und Router werden gelegentlich Logeinträgen von derartigen Verbindungsversuchen geradezu geflutet.
Im Regelfall werden Internetzugänge mit wechselnder IP-Adresse (dynamischer IP) verwendet. Wenn der vorherige Inhaber der nun Ihnen zugeteilten IP-Adresse im Filesharing-Bereich (sehr) aktiv war, werden Sie mit diesem Problem massiv konfrontiert werden. Tatsächlich stellen diese Zugriffe jedoch keine *echten* Attacken auf Ihr System dar, es handelt um weithin harmlose Zugriffsversuche der Filesharingsoftware anderer Rechnersysteme.

Die verwendeten Ports dieser Filesharing-Software sind folgende:
Port Anwendung
1214 Morpheus / Kazaa
4662 Edonkey
6346 Gnutella

 


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